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Gehege


Allgemeine Informationen

Die Gehegegröße ist vorallem abhängig von Art, Alter, Anzahl und dem Verhätnis der Geschlechter. Optimal wären 25-30% Männchen-Anteil. Je größer der Männchen-Anteil, desto mehr Platz muss man den Weibchen bieten, um sich zurückzuziehen. Dabei gilt als Faustregel 10qm pro adultes Tier, plus 5 qm für jedes weitere. Jungtieren reicht allerdings wesentlich weniger Platz. Ein Gehege sollte auf jeden Fall für Schildkröten interessant sein. Dazu sollte der Boden auf keinen Fall eben sein, sondern auch Hügel und tiefere Flächen enthalten. Äste, Wurzeln, Steine und Gehege-/Futterpflanzen dürfen natürlich nicht fehlen. Je nach Gehegegröße braucht man mindestens eine Wasserschale zum Baden und Trinken. Auch verschiender Bodengrund hat seinen Reiz. Zum Beispiel einer mit Gartenerde, einer mit Sand, einer mit Steinen usw.. Das Primärziel eines Geheges ist nicht, dass es schön aussieht, sondern dass sich die Schildkröten darin wohl fühlen. Zum Beispiel mögen Schildkröten auch buschige und zugewachsene Bereiche im Gehege. Andererseits ist es in ihrem natürlichen Lebensraum auch karg und steinig. Grundsätzlich würde ich das Gehege in 2 Bereiche unterteilen:

Der warme Bereich

Es sollte also einen Bereich geben der sich schnell erwärmt und nach Regen auch schnell trocknet. Bevor man mit dem Bau beginnt, sollte man wissen, wie die Sonne fällt bzw. ab wann und wo Schatten ist, um die geeigneten Plätze für die Bereiche auszumachen. Als Boden würde ich hier ein Gemisch aus Sand und Kies empfehlen da das Wasser so schnell ablaufen kann. Pflanzen würde ich größtenteils vermeiden, ggf. ein paar Sukkulenten oder ähnliches, die wenig Wasser und viel Sonne benötigen und kaum Schatten werfen. Was in diesem Bereich nicht fehlen sollte sind Steine, da diese die Wärme speichern. Eine größere Steinplatte wird gerne als Sonnenbank genutzt. Hier kommt die Schildkröte auch an kalten Tagen auf Betriebstemperatur.

Der kühle Bereich

Hier sollten neben vielen Futterpflanzen vorallem auch buschige Gehegepflanzen wie Ziergras, Schwertfarn usw gepflanzt werden, da diese Schatten werfen und als Versteck genutzt werden können. Dieser Bereich darf gerne auch etwas zugewachsener sein. Unterschlupfmöglichkeiten wie Korkhöhlen oder ähnliches sollten auch nicht fehlen. Als Bodengrund würde ich normale Gartenerde, ggf. gemischt mit Schildkrötensubstrat verwenden. Beim Bepflanzen muss man sich natürlich immer auch nach dem Bedarf der Pflanzen richten.

Terrarium

Europäische Landschildkröten sollten auf keinen Fall dauerhaft in einem Terrarium gehalten werden! Dennoch kann es vorkommen das ein Terrarium der einzige Weg ist. Zum Beispiel wenn ein Tier krank ist und es zu riskant wäre es in diesem Zustand in die Winterstarre zu lassen. Hier eine Kurzanleitung für ein Terrarium. Benötigte Materialien:
- Eine große Holzplatte (OSB oder ähnliches) wird benötigt für den Ungrund
- 4 Bretter a 30 cm breit, Länge entsprechend der Holzplatte als Ränder
- 4 Tischbeine oder einen großen Sockel
- Teichfolie Große entsprechend der Holzplatte (idealerweise + 30 cm pro Seite)
- ggf. Winkel um die Bretter für den Rand auf der Holzplatte zu befestigen
Sollte alles im Baumarkt erhältlich sein.

Bauanleitung:
Schritt 1: Randbretter auf der Holzplatte befestigen
Schritt 2: Tischbeine oder Sockel auf der Unterseite der Platte befestigen
Schritt 3: Teichfolie reinlegen, ggf. festtackern
Sofern vorhanden kann man natürlich auch einen alten Tisch als Grundlage verwenden. Anschließend muss das Terrarium mit Gartenerde ca. 10 cm befüllt und eingerichtet werden (Pflanzen, Verstecke, etc.). Für Jungtiere reicht auch eine entsprechend eingerichtete, großflächige Plastikwanne. Natürlich sollte man diese Art der Haltung nur im Notfall und nur für einen bergrenzten Zeitraum wählen.

Balkongehege

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Balkongehege
Die Gehegegröße beträgt 2 m² (2 m x 1 m). Ein Balkongehege ist aus Platzmangel nicht für adulte Tiere geeignet!

Benötigte Materialien:
- 6x Holzplatte (OSB oder ähnliches), 1x für den Untergrund, 2x Längstseite, 3x Querseite. Mindestens 12 mm dick.
- einige Latten (4x Länge, 6x Breite, 6x Höhe des Geheges)
- Teichfolie Größe entsprechend der Bodenplatte (+ Höhe des Geheges pro Seite)
- ggf. Winkel um den Rand auf der Holzplatte zu befestigen, kann aber auch nur mit Latten gemacht werden
- Ein geeignetes Frühbeet oder Platten
- 1x Lochblech min 10 cm * 10 cm für den Abfluss
- 2x Scharnier, nach Bedarf auch 2x Halterung und 1x Verschluss zur befestigung des Deckels
- Maschendraht oder ähnliches für den Deckel

Bauanleitung:
Schritt 1: Platten für den Rand auf der Grundplatte befestigen und damit eine Kiste bauen. Dies macht man entweder mit jeweils 2 Winkel pro Platte oder man legt eine Latte genau in die Kante und schraubt beide Platten von aussen daran fest.
Schritt 2: Von einer Platte der Querseite sägt man mittg ein Loch für den Ein-/Ausgang des Frühbeets.
Schritt 3: An der Grundplatte muss ein Loch entsprechend des Lochblechs ausgesägt werden (mit einer Stichsäge). Anschließend das Lochblech auf die Grundplatte schrauben.
Schritt 4: Zur Stabilität werden die Latten in allen Kanten und am oberen Rand festgeschraubt
Schritt 5: Teichfolie reinlegen, ggf. festtackern. Natürlich muss beim Abfluss ein Loch reingemacht werden
Schritt 6: Über das Lochblech sollten jetzt Steine (z.B. Schotter) anschließend Sand und dann erst Erde gefüllt werden. So wird das Wasser gefiltert.
Schritt 7: 4 Latten mit Winkeln zusammengeschraubt bilden den Rahmen unseres Deckels. Der Draht kann auf den Latten festgetackert werden.
Schritt 8: Der Deckel wird mit 2 Scharniere auf einer Seite des Geheges befestigen, je nach Bedarf mit Halterungen und Verschluss.

Freigehege

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Freigehege
- Voraussetzung ist natürlich das man einen geeigneten Platz hat, welcher am besten schon früh am morgen von der Sonne beschienen wird. Die Stelle, die als erstes und/oder am längsten bescheint wird sollte der Platz des Frühbeets/Gewächshauses werden. So werden die Schildkröten schon früh am Tag wach und aktiv.
- Anschließend sollte das Gras komplett abgegraben werden. An der Stelle des Frühbeets muss ca. 25 cm tief ausgegraben werden.
- Auf dieses Loch legt man jetzt Draht, Steinplatten, eine Mörtlwanne oder ähnliches. Dies ist notwendig, um Fressfeinde davon abzuhalten sich in dieses Schutzhaus zu graben. So sind die Schildkröten Nachts in Sicherheit.
- Sofern noch nicht vorhanden muss ein Stromanschluss mittels Erdkabel ins Frühbeet gelegt werden. Ohne Strom keine Technik und ohne Technik keine Wärme.
- Jetzt muss der Sockel für das Frühbeet gebaut werden. Hier gibts es ebenfalls jede Menge Alternativen. Bewährt haben sich zum Beispiel Steinplatten. Besonderes Augenmerk gilt der Isolierung. Das teuerste Frühbeet bringt nichts wenn der Sockel nicht isoliert ist.
- Die Türe zum Freibereich nicht vergessen! Die einfachste Variante ist eine Aussparung im Sockel und ein großer Stein davor, welchen man morgens entfernt und abends wieder vor die Türe legt. Der Phantasie sind auch hier keine Grenzen gesetzt.
- Das Frühbeet sturmfest am Sockel montieren.
- Dann spickt man das Gehege mit Futter-/Gehegepflanzen, Äste, Steine, Hügeln, usw.
- Die Gehegeeinfassung sollte nicht zu niedrig sein. Schildkröten sind sehr gute Kletterer. Diese besteht zum Beispiel aus: Beton-Pflanzringe, Natursteine, geeignete Holzzäune, Maschendrahtzäune oder ähnliches.
- Bestimmte Bereiche, z.B. steinige, sandige,... sollten angelegt werden.
- Zum Schluss noch die Technik, bei der es je nach Gegebenheiten viel Spielraum gibt. Ich würde sowohl einen Thermotimer in Kombination mit Heizlüfter oder Heizmatte sowie einen normalen Timer mit UV-/Wärmelampe empfehlen.

Vergleich Gewächshaus zu Frühbeet

Die Vorteile eines Gewächshauses im Vergleich zum Frühbeet sind naheliegend. Hauptsächlich die Möglichkeit der besseren Begehung und die Möglichkeit auch mediterrane und hoch gewachsene Pflanzen das ganze Jahr über draussen lassen zu können. Allerdings muss man tief in die Tasche greifen, wenn man ein Gewächshaus mit vergleichbarer Qualität zu gängigen, für Schildkröten geeigneten Frühbeeten haben möchte.


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